Die „Sonne“ im 16. Jahrhundert
Der Gasthof zur Sonne dürfte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet worden sein, also in den Jahren zwischen 1500 und 1550, damals noch ohne Treppenturm.
Das Gasthaus gehörte zu jener Zeit dem Stift Säckingen. Letzteres hatte in Eiken nur Streubesitz. Es konnte sich bei der „Sonne“ also um kein grosses stiftisches Zentrum oder eine Domäne handeln.
Sehr eindrücklich sind die Grundmauern des Gasthofs, durchschnittlich rund einen Meter dick, auch das ein Zeichen für das Alter des Gebäudes.
Markant ist auch die Lage des Gasthofs, ebenfalls ein Zeichen für seine prominente Stellung innerhalb der Gemeinde. Er steht an der zentralen Kreuzung des Dorfs, die Kreuzung zwischen der grossen Landstrasse Rheinfelden-Frick und einer möglichen, auch sehr alten Querverbindung Laufenburg-Eiken-(Hohlwege)-Schupfart-Anwil-Schafmatt-Mittelland, an derselben Kreuzung, an welcher die Kirche steht (erstmals erwähnt im Jahr 1228) und wo genügend Wasser zur Verfügung stand (Dorfbach, Brunnen). Es liegt auf der Hand, dass dort schon sehr früh eine Herberge gestanden haben könnte. Zweitens fällt auf, dass die „Sonne“ unmittelbar vorne an der Landstrasse steht. Kein anderes Gebäude an der Landstrasse wagt sich soweit vor. Diese Tatsache ist wahrscheinlich so gewollt, hat zur Folge, dass man die „Sonne“ schon von weitem sieht, und erlaubte es seinen Bewohnern und Gästen, das Treiben auf der Strasse bequem aus der Stube zu beobachten. Drittens: Die Schrägstellung des Gebäudes erleichtert dieses Tun und rührt vermutlich ursprünglich von der nicht ganz rechtwinkligen Form der Kreuzung her.
Sonnenkreuzung
Die neue Wasserversorgung mit Reservoir 1907
Um den unbefriedigenden Wasserverhältnissen abzuhelfen, erhielt der Gemeinderat 1903 den Auftrag, Vorarbeiten zur Erstellung einer Wasserversorgung mit einem Reservoir und einer Hydrantenanlage als Löschschutz aufzunehmen. Dabei dachte man in erster Linie an die Nutzbarmachung der Briegliquelle. Besitzer der Mühle war damals Lambert Leber. Er offerierte die Quelle für die Summe von Fr. 5000.00. Nachdem durch eine fachmännische Untersuchung durch Dr. Forster, Apotheker in Frick, das Wasser als Trinkwasser geeignet befunden worden war, trat die Gemeinde auf die Offerte ein und kaufte die Brieglibrunnen-Quelle (oder Briegliquelle?) Sie beschloss am 10. Juni 1906 die Ausführung des Werks nach Plänen des Ingenieursbüros J. Bosshard in Thalheim ZH.
Reservoir Räbächerli
Schnittzeichnung vom Reservoir
Diese Arbeiten sollten bis am 15. November 1906 beendet sein. Die ganze Anlage kam auf rund Fr. 60‘000.00 zu stehen. Für diesen Betrag wurde ein Darlehen bei der Aargauer Kantonalbank aufgenommen. Die neue Wasserversorgung wurde auf Anregung von Lehrer Jegge 1907 mit einem Jugend- und Dorffest eingeweiht.
Im selben Jahr wurde „Das Reglement der Wassserversorgung der Gemeinde Eiken“ erstellt und an der Gemeindeversammlung vom 9. Juni 1907 genehmigt. Darin ist im § 26 auch der Wasserzins festgelegt:
| 1. | für ein Küchenhahn in | Privathäusern | Fr. 12.— |
| 2. | für ein Küchenhahn in | Wirtschaften | Fr. 17.— |
| 3. | für ein Küchenhahn in | Waschhaushahn | Fr. 7.— |
Die Aufzählung ginge noch weiter, so ist auch die Abortspühlung für Privat oder in Wirtschaften separat aufgeführt.
Grotte
Grotte um 1960
Grotte um 1960
Grotte um 1960
Niederfeld
Blick von der Grotte ins Niederfeld im März 1972